DAS ILLEGALE BILD – Fotografie zwischen Selbstzensur und Bildverbot

5. February 2020
5. April 2020

Mit Werken von: Merry Alpern, Jan-Dirk van der Burg, Espen Eichhöfer, William E. Jones, Carola Lampe, Beat Streuli

Das Fotografieren wie auch das Fotografiert-Werden gehört heute mehr denn je zu unserem Alltag. Und doch – wer auf der Straße ungefragt Passant*innen fotografiert läuft Gefahr verklagt zu werden. Fotografien, die ohne Einwilligung der Dargestellten gemacht wurden, stehen im Spannungsverhältnis von Persönlichkeitsrecht und Kunstfreiheit. Es stellen sich die Fragen: Was wiegt schwerer, das Recht am eigenen Bild oder das Recht am Bildermachen? Wo verlaufen die ethischen Grenzen der Fotografie? Wo endet die künstlerische Freiheit?

Im Jahr 2018 sah sich der Berliner Fotograf Espen Eichhöfer mit einer Unterlassungsklage konfrontiert, nachdem er die Fotografie einer Frau, die er auf der Strasse aufgenommen hatte, öffentlich ausstellte. Dieser Fall macht deutlich, wie wichtig eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Thema der Straßenfotografie ist. Er endete schließlich vor dem Bundesverfassungsgericht.

DAS ILLEGALE BILD spannt einen Bogen von heimlich gemachten Schnappschüssen über Bilder, die der Zensur zum Opfer fielen, bis zu sozialkritischen Reportagen und konzeptionellen Arbeiten. Sechs künstlerische Positionen beleuchten die Frage nach legalen und illegalen Bildern – zwischen sozialem Tabu, gesellschaftlicher Relevanz und künstlerischer Freiheit.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Espen Eichhöfer, Katharina Mouratidi und Natascha Pohlmann.

Foto: © Espen Eichhöfer.