Focus on The Margins

New Queer Photography

25. June 2022 21. August 2022

Mit Arbeiten von: Mohamad Abdouni, Michael Bailey-Gates, Maika Elan, Milan Gies, Julia Gunther, Robin Hammond, Claudia Kent, Clifford Prince King, Laurence Rasti, Bradley Secker, Shahria Sharmin, Melody Melamed, Laurence Philomene, Pauliana Valente Pimentel, Soraya Zaman

Digitale Präsentation von: Damien Blottière, Gianfranco Briceño, Francesco Cascavilla, Kostis Fokas, Benjamin Fredrickson, Goodyn Green, Alexandre Haefeli, Florian Hetz, Jonathan Icher, Jan Klos, Matt Lambert, Pepper Levain, Daniel Jack Lyons, Maria Clara Macrì, Mark Mcknight, Rafael Medina, Lia Clay Miller, Manuel Moncayo, Hao Nguyen, Ralf Obergfell, Joseph Wolfgang Ohlert, Brian Oldham, Bettina Pittaluga, Spyros Rennt, Jordan Reznick, Lissa Rivera, Red Rubber Road, Ashkan Sahihi, M. Sharkey, Christopher Sherman, Donal Talbot, Dustin Thierry, Birk Thomassen, Lasha Fox Tsertsvadze, Luis Venegas, Lukas Viar, Danielle Villasana

New Queer Photography ist allen queeren Menschen gewidmet, die wegen ihrer Lebensweise leiden, für sie kämpfen oder einfach nur ihre Art zu leben feiern.

Julia Gunther nimmt uns in ihrer Serie „Rainbow Girls“ mit auf einen lesbischen Schönheits-wettbewerb in einem südafrikanischen Township, Bradley Secker portätiert in „SEXugees“ LGBTIQ+ Asylsuchende im Mittleren und Nahen Osten, Shahria Sharmin dokumentiert das Leben von „Hijras“, die seit Jahrhunderten als Transgender- und Intergeschlechtliche Menschen auf dem indischen Subkontinent geduldet werden, Maika Elan zeigt alltägliches queeres Leben in Vietnam und Clifford Prince King teilt mit uns intime Momente zwischen homosexuellen People of Colour.

Obwohl aktuelle Filme, Serien und die westlich geprägte Kultur eine breite gesellschaftliche Akzeptanz suggerieren, bedeutet lesbisch-, schwul-, bisexuell-, trans-, intergeschlechtlich (LGBTIQ+) oder einfach queer – als verbindenen Überbegriff – zu sein in zahlreichen Ländern und Gesellschaften noch immer Diskriminierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung. Auch in Europa wird nach wie vor jede zehnte Person, die offen damit umgeht queer zu sein, Ziel körperlicher Gewalt oder sexueller Übergriffe, wie eine im Jahr 2020 veröffentlichte Umfrage der EU-Grundrechteagentur (FRA) bestätigt.

Über vier Jahre lang trug der engagierte Art Director und Editor Benjamin Wolbergs für seine Publikation New Queer Photography Positionen von queeren Fotograf:innen aus aller Welt zusammen, darunter Arbeiten aus Indien, aus dem Libanon, aus Südafrika, aus Vietnam und von den Kapverdischen Inseln. In ihrer experimentierfreudigen künstlerischen Praxis reflektieren sie das Lebensgefühl einer neuen und jungen Generation queerer Menschen, die – trotz Diskriminierungen – ihre Identität selbstbewusst und stolz leben. Die Bildautor:innen nutzen den künstlerischen Raum für das vorurteilsfreie und gefahrlose Spiel mit Geschlechtern und zugeschrieben Rollenbildern. Ihre fotografischen Ansätze reichen dabei von einer rein dokumentarischen Berichterstattung, bis hin zu einer künstlerisch/inszenierten Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild. Vom Bedürfnis nach Selbstdarstellung, -vergewisserung und -spiegelung bis hin zur zersetzenden aber auch affirmativen Kraft pornografischer Darstellungen beleuchten sie die unterschiedlichsten Perspektiven queeren Lebens.

New Queer Photography zeigt bisher ungesehene Bildwelten und widersetzt sich ästhetisch dem gängigen Schubladendenken von Geschlechterrollen. Die 15 fotografischen Positionen, die in der Ausstellung präsentiert werden, themastisieren Fragen der eigenen Identität und Sexualität jenseits von Tabugrenzen, tradierten Normen und Erwartungen. Sie rücken diejenigen in den Fokus, deren Lebensrealitäten, Interessen und Bedürfnisse in den Medien, der Öffentlichkeit und im Privaten noch immer zu wenig Akzeptanz und Sichtbarkeit erfahren.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Benjamin Wolbergs und Katharina Mouratidi.

Fotografie: Aus der Serie The Pink Choice. © Maika Elan.

In Kooperation mit: Heinrich Böll Stiftung e. V.

Gefördert durch: