New Queer Photography

Mit Arbeiten von: Mohamad Abdouni, Michael Bailey-Gates, Maika Elan, Milan Gies, Julia Gunther, Robin Hammond, Claudia Kent, Clifford Prince King, Laurence Rasti, Bradley Secker, Shahria Sharmin, Melody Melamed, Laurence Philomene, Pauliana Valente Pimentel, Soraya Zaman

Digitale Präsentation von: Damien Blottière, Gianfranco Briceño, Francesco Cascavilla, Kostis Fokas, Benjamin Fredrickson, Goodyn Green, Alexandre Haefeli, Florian Hetz, Jonathan Icher, Jan Klos, Matt Lambert, Pepper Levain, Daniel Jack Lyons, Maria Clara Macrì, Mark Mcknight, Rafael Medina, Lia Clay Miller, Manuel Moncayo, Hao Nguyen, Ralf Obergfell, Joseph Wolfgang Ohlert, Brian Oldham, Bettina Pittaluga, Spyros Rennt, Jordan Reznick, Lissa Rivera, Red Rubber Road, Ashkan Sahihi, M. Sharkey, Christopher Sherman, Donal Talbot, Birk Thomassen, Lasha Fox Tsertsvadze, Luis Venegas, Lukas Viar, Danielle Villasana

New Queer Photography ist allen queeren Menschen gewidmet, die wegen ihrer Lebensweise leiden, die für diese kämpfen oder einfach nur ihre Art zu leben feiern.

Julia Gunther nimmt uns in ihrer Serie Rainbow Girls mit auf einen lesbischen Schönheitswettbewerb in einem südafrikanischen Township, Bradley Secker porträtiert in SEXugees LGBTIQ+ Asylsuchende aus dem Mittleren und Nahen Osten, die sich in der Türkei mit Prostitution verdingen müssen, Shahria Sharmin dokumentiert das Leben von Hijras, die seit Jahrhunderten als transgender und intergeschlechtliche Menschen auf dem indischen Subkontinent geduldet werden, Milan Gies setzt sich in seiner Arbeit State of Identity mit vorherrschenden Körperbildern in Europa auseinander, Maika Elan zeigt in The Pink Choice alltägliches queeres Leben in Vietnam, und Clifford Prince King teilt mit uns intime Momente zwischen homosexuellen Schwarzen und People of Colour in den USA.

Obwohl aktuelle Filme, Serien und die westlich geprägte Kultur eine breite gesellschaftliche Akzeptanz suggerieren, bedeutet lesbisch-, schwul-, bisexuell-, trans-, intergeschlechtlich (LGBTIQ+) oder – als verbindender Überbegriff – queer zu sein in zahlreichen Ländern und Gesellschaften noch immer Diskriminierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dabei gilt es, den Blick nicht nur in die Richtung der nicht-westlichen und Nicht-Industriestaaten zu richten, auch in Europa wird nach wie vor jede zehnte Person, die offen damit umgeht, queer zu sein, Ziel körperlicher Gewalt oder sexueller Übergriffe, wie eine im Jahr 2020 veröffentlichte Umfrage der EU-Grundrechteagentur (FRA) bestätigt.

Über vier Jahre lang hat der engagierte Art Director und Editor Benjamin Wolbergs für seine Publikation New Queer Photography Positionen von queeren Fotograf*innen aus aller Welt zusammengetragen: neben Arbeiten aus Europa und den USA auch Serien aus Indien, aus dem Libanon, aus Südafrika, aus Vietnam und von den Kapverdischen Inseln. In ihrer experimentierfreudigen künstlerischen Praxis reflektieren die Bildautor*innen das Lebensgefühl einer neuen und jungen Generation queerer Menschen, die – trotz Diskriminierungen – ihre Identität selbstbewusst und stolz leben. Sie nutzen den künstlerischen Raum für das vorurteilsfreie und gefahrlose Spiel mit Geschlechtern und zugeschriebenen Rollenbildern. Die Ansätze reichen dabei von einer rein dokumentarischen Berichterstattung bis hin zu einer künstlerisch/inszenierten Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild.

New Queer Photography zeigt bisher ungesehene Bildwelten und widersetzt sich ästhetisch dem heteronormativen Schubladendenken von Geschlechterrollen. Die fotografischen Positionen präsentieren dabei Antworten auf Fragen nach der eigenen Sexualität jenseits von Tabugrenzen, tradierten Normen und Erwartungen der Mainstream-Gesellschaft. Die Ausstellung mit ihrem Begleitprogramm rückt diejenigen in den Fokus, deren Lebensrealitäten, Interessen und Bedürfnisse in den Medien und in der Öffentlichkeit, aber auch im Privaten noch immer zu wenig Akzeptanz und Sichtbarkeit erfahren.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Mouratidi und Benjamin Wolbergs.

Fotografie: Self Portrait, 2018. © Michael Bailey-Gates, courtesy The Ravestijn Gallery.

In Kooperation mit: Heinrich Böll Stiftung e. V.

Gefördert durch:

_:* Porträts von Künstler:innen

„We should all be feminists.“ (Chimamanda Ngozi Adichie, Schiftstellerin)

Die Musikerin Peaches thront vor einer zusammengewürfelten Gruppe schwarzer Schneiderpuppen, die Fotografin Katharina Bosse liegt in rotem Licht, wie in einer Dunkelkammer, in einer Badewanne, Autor:in Hengameh Yaghoobifarah lehnt sich in einem eng anliegenden Kleid in einem Sessel zurück, Tänzer Oska Borcherding performt auf einem Flachdach, im Hintergrund die Berliner Skyline, und die Schauspielerin Bettina Hoppe steht einfach nur in ihrem Wohnzimmer.

Seit 2021 porträtiert die Berliner Fotografin Sibylle Fendt, selbst Mitglied der renommierten Agentur OSTKREUZ, Künstler:innen, Schauspieler:innen, Autor:innen, Musiker:innen und Filmemacher:innen. Das traditionelle Genre des Künstler:innenporträts überträgt sie dabei mit ihrer Mittelformatkamera und auf analogem Filmmaterial gekonnt in die Moderne: In bunten Farben, großflächig, schlicht oder verspielt, mittels Doppelbelichtungen und über bewusste Inszenierungen geht sie mit Feingefühl und großer Intensität dem Schaffen von Künstler:innen unterschiedlicher Generationen und Prägungen nach. Viele der Porträtierten vereint die Tatsache, dass Feminismus und das Aufbrechen tradierter Geschlechterrollen eine zentrale Rolle in ihrem Leben und Werk einnehmen. Sibylle Fendt stellt jedoch nicht das Frausein ins Zentrum ihrer Arbeit, sondern eine feministische Positionierung. „Auf meinen Bildern sind Persönlichkeiten abgebildet, keine Geschlechter!“, sagt die Fotografin.

_:* Porträts von Künstler:innen vermittelt einen einmaligen Einblick in die Vielfalt und Diversität zeitgenössischer künstlerischer Praxis und stellt uns deren Vertreter:innen vor, die viel zu häufig abseits des Rampenlichts agieren.

Foto: Die Künstlerin Kis Keya. © Sibylle Fendt, 2022.

Gefördert durch:

Disparando con el corazón – Mit dem Herzen gesehen

Joana Biarnés ist in Spanien eine Legende. 1935 geboren erobert sie sich als erste Frau den bis dahin rein männlich dominierten Beruf des Pressefotografen. Sie gilt als erste Fotojournalistin der Iberischen Halbinsel.

Unterstützt und ermutigt durch ihren Vater realisiert Joana Biarnés schon früh erste kleine Reportagen und schreibt sich 1956 als Studentin an der neu gegründeten Escuela Official de Periodismo (Schule für Fotojournalismus) in Barcelona ein. Zur Zeit des Franco-Regimes herrscht ein sehr traditionelles Frauenbild, alternative Lebensentwürfe sind ein Affront und werden mit allen Mitteln bekämpft. Die junge Fotografin muss sich folglich mutig gegen zahlreiche Widerstände und andauernde Vorurteile durchsetzen. 1963 findet sie eine Anstellung bei der Tageszeitung Pueblo, wo sie schnell überzeugt: Sie ist modern, frech und ironisch. Mit ihrer Bildsprache und ihrem selbstbewussten Auftreten trifft sie den Nerv eines Landes, das sich nach Jahrzehnten der totalitären Herrschaft langsam nach Europa hin öffnet.

Als Fotojournalistin erobert sich Joana Biarnés die Welt. Sie dokumentiert Naturkatastrophen wie die Überschwemmung der Vallès (Riadas del Vallès) im Jahr 1962 ebenso wie die wichtigsten Sportereignisse der Nation. Sie richtet ihre Kamera auf das tägliche Leben der Menschen im Land, fotografiert innovative Modestrecken und verkehrt mit den Stars sowie den Mitgliedern der High Society ihrer Zeit. Einer ihrer größten Triumphe ist eine exklusive Reportage über die Tournee der Beatles durch Spanien im Jahr 1965. Diese gelingt ihr, indem sie sich unter einem Vorwand in das Hotelzimmer der Popstars schmuggelt.

Das über dreißigjährige Schaffen von Joana Biarnés dokumentiert eine ganze Epoche: das Spanien von der Mitte der 1950er bis in die 1980er Jahre. Ihre Fotografien zeichnen ein optimistisches Bild der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur in die Demokratie im Land. Enttäuscht von den Entwicklungen im Fotojournalismus, der sich in den 1980er Jahren infolge der Demokratisierung und der zunehmenden Privatisierung der Medienlandschaft immer stärker an kommerziellen Gesichtspunkten orientiert, gibt sie die Fotografie auf.

Für Jahrzehnte war ihr fotografisches Werk in Vergessenheit geraten, bis es schließlich Mitte der 2010er Jahre wiederentdeckt wird. Disparando con el corazón im freiraum für fotografie macht das einzigartige Werk von Joana Biarnés erstmalig einem Publikum in Deutschland zugänglich.

Fotografie: Unbekannt. © Joana Biarnés / Fundación Photographic Social Vision.

 

In Kooperation mit:

 

Gefördert durch:

Abschlussausstellung f3 – Masterclass Porträt

Im Rahmen der f3 – Masterclass Porträt 2020-2021 entstanden acht intensive Arbeiten, die nun in einer gemeinsamen Abschlussausstellung zu sehen sind. Die Themen der acht Fotograf:innen sind so unterschiedlich, wie sie selbst. Doch immer steht der Mensch im Mittelpunkt.

Ein Jahr lang betreute die renommierte Fotografin und Dozentin Sibylle Fendt die Projekte der Teilnehmenden. Im intensiven Dialog setzten sie sich mit vielen Fragen auseinander: „Wie nähere ich mich einer Person, die ich fotografieren möchte?“. „Welches Verhältnis besteht zwischen mir und meinen Protagonist:innen?“. „Wie spiegelt sich dieses in meiner Arbeit wieder?“. „Welche fotografischen Ansätze verfolge ich?“. Und letzten Endes: „Was möchte ich erzählen und wie?“.

In regelmäßigen Projektpräsentationen lernten die Teilnehmenden über ihre Arbeit zu sprechen und ihre Projekte hinsichtlich Bildsprache, Technik und Herangehensweise zu analysieren.

Die Ausstellung vereint eine große Vielfalt an Möglichkeiten über einen Menschen, eine Gruppe, einen Ort der Begegnung und über das Mensch-Sein an sich zu reflektieren. Mit Melancholie, Witz, Ernsthaftigkeit, Präzision, Strenge, Pathos und Liebe begegneten die Fotograf:innen ihren Protagonist:innen und schufen acht einzigartige fotografische Serien. Sie trafen dabei Seelenverwandte, Geschwister, Menschen jeden Alters, eine Kämpferin mit vielen Hindernissen, eine alternde Ikone, die eigene Mutter, Querdenker und Exfreunde. Und fotografierten dabei immer auch sich selbst.

LEITUNG: Sibylle Fendt

Mit Arbeiten von:
Johanna Eckhardt
Rannveig Einarsdóttir
Angela Giebner
Nick Grossmann
Isabel Kittler
Helen Stevens
Giulia Thinnes
Paula G. Vidal

AUSSTELLUNG: 24. – 28. November 2021
Mittwoch-Sonntag, 13 – 19 Uhr
EINTRITT FREI!

Foto: © Isabel Kittler, aus der Serie „Sandra K.“, 2021.

LOVE Around the World

Was ist das eigentlich, die Liebe? Was bedeutet sie für uns? Ermöglicht uns die Liebe, Unterschiede zu überwinden, die uns trennen? Ist Liebe das schönste Gefühl der Welt oder nur ein Konstrukt? Bedeutet Liebe immerwährende Verbundenheit, materielle Versorgung, geteilte Zeit, Unterwerfung, Schutz oder gar Enttäuschung?

Der kroatische Fotograf Davor Rostuhar machte der Liebe seines Lebens, Andela, auf einer Expedition in die Antarktis einen Heiratsantrag. Gemeinsam beschloss das abenteuerlustige Paar, keine romantischen Flitterwochen anzutreten, sondern stattdessen ein Jahr lang um die Welt zu reisen, um das Phänomen Liebe zu erkunden.

Auf fünf Kontinenten und in 30 Ländern führten die beiden 130 Interviews. Sie trafen Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen, bereisten Großstädte genauso wie die Provinz. Sie besuchten entlegene Stämme im Amazonas und Nomaden in der Wüste, waren im Hochgebirge und auf Südseeinseln unterwegs. Sie sprachen mit Menschen, die in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammenlebten und zwischen fünf und 90 Jahre alt waren. Allen haben sie dieselbe Frage gestellt: Was ist das eigentlich, die Liebe? Ihre Geschichten haben sie aufgezeichnet.

Während ihrer Recherche sind sie auf frisch verliebte Menschen gestoßen und auf Eheleute, die in 67 Jahren nie nach der Liebe fragten. Auf queere Liebe, verbotene Liebe, polyamore Beziehungen, auf arrangierte Ehen und streng religiöse Paare. Auf Liebende, die sich Konventionen widersetzen, die Grenzen überwinden oder im Namen der Liebe alles hinter sich gelassen haben. Auf Liebe auf den ersten Blick, auf langsam wachsende Liebe und Verbindungen, die mit einer Entführung begonnen haben.

In Love Around the World geben Menschen rund um den Globus faszinierende, intime Einblicke in ihr Leben und zeigen, was Beziehungen für Menschen in unterschiedlichen Kulturkreisen bedeuten. Die Sammlung stellt manche unserer Vorstellungen von der Liebe auf den Kopf und erweitert unseren westlichen Blick auf das Leben in anderen Teilen der Welt. Klar wird: Liebe ist ein abstrakter Begriff. Was Menschen mit ihm verbinden, mag sehr unterschiedlich sein. In manchen Sprachen gibt es nicht einmal ein Wort für die Liebe. Doch als Möglichkeit ist Liebe universell.

Gefördert durch: Engagement Global im Auftrag des BMZ
Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit

Alle Fotografien: © Davor Rostuhar.

F3–MASTERCLASS DOKUMENTARFOTOGRAFIE

Der f3-freiraum für fotografie zeigt vom 25.-29. August die Abschlussausstellung der f3-Masterclass Dokumentarfotografie. Seit Frühjahr 2020 arbeiteten die Teilnehmenden, unter der Leitung des Fotografen Andreas Herzau, an ihren individuellen, fotografischen Projekten. Intensive Diskussionen, Fragen nach einer eigenen fotografischen Handschrift, nach Bildstrategien und Präsentationsformen sowie die Reflexion aktueller fotografischer Praxis standen im Mittelpunkt der Workshoptage. Die Ergebnisse sind so vielfältig, wie die Teilnehmenden selbst und haben erst durch den gemeinsamen Diskurs zu ihrer  nun präsentierten Form gefunden.

Folgende Arbeiten werden im Rahmen der Ausstellung gezeigt:

Uta GenilkeGrauzone
Eva GrillhöslUrban Paintings
Ralf HenningDead End Paradise
Jaqueline HirscherWenn es einmal länger dauert
Michael KemmerIn Memoriam
Regina Kramer, Wo es war
Jörg MeierZarte Verbindungen
Kerstin MuslMusikerin, die [ˈmuːzɪkəʁɪn]

AUSSTELLUNG: 25. – 29. August 2021
Mittwoch-Sonntag, 13 – 19 Uhr
EINTRITT FREI!

Foto: © Jaqueline Hirscher

A Photo Spirit

Mit der ersten Einzelausstellung in Deutschland ehrt f– freiraum für fotografie die amerikanische Fotografin Ruth Orkin, eine Chronistin der 1940er und 1950er Jahre.

Alltagsszenen, Stadtlandschaften, Porträts. Ruth Orkins Fotografien erzählen Geschichten. Vom aufstrebenden Amerika der Nachkriegszeit, vom Lebensgefühl einer Gesellschaft im Aufschwung und von Frauen, die sich neue Rollen erobern, jenseits der von Hausfrau und Mutter. Ihr humorvoller und zugleich ernsthafter Blick auf die Welt zeigt sich in den Details der Bilder, in ihrem Gespür für Bewegungen, Timing und Komposition.

Ruth Orkin gehört zu den wenigen professionellen Fotografinnen der 1940er und 1950er Jahre. Obwohl sie in zahlreichen Zeitungen und Magazinen wie New York Times, Life oder Look veröffentlichte und ihre Fotografien Teil der legendären MOMA-Ausstellung The Family of Man waren, ist sie international noch wenig bekannt. Im Gegensatz zu vielen ihrer männlichen Kollegen, deren Arbeiten zu den Ikonen der Street Photography zählen.

Bereits im Alter von zehn Jahren begann Ruth Orkin zu fotografieren. 1939 entstand ihre erste große fotografische Arbeit. 17-jährig durchquerte sie die USA mit dem Fahrrad und der Kamera, einmal von L. A. nach New York zur Weltausstellung. Dorthin folgte 1943 der Umzug. 

Mit der Veröffentlichung einer Fotografie im Magazin Star begann 1945 ihre Karriere als freiberufliche Fotografin. Im Auftrag von Life reiste Ruth Orkin 1951 nach Israel. Sie dokumentierte das junge Land und seine (neuankommenden) Bewohner:innen sowie das Leben im Kibbuz. Diese Reise gehörte zu ihren wichtigsten persönlichen Erfahrungen.

Eine ihrer berühmtesten Bilder ist die Fotografie American Girl in Italy. Für die Aufnahme porträtierte sie 1951 ihre Reisebekanntschaft Ninalee Craig (Jinx Allen) umringt von Männern in Florenz. Jinx wurde zu ihrer Freundin und Muse und inspirierte sie zu einer ganzen Serie, die mit ironischem Blick zeigt, wie es war in den 1950er Jahren als Frau allein zu reisen. 

In ihrem Leben und ihrer Arbeit hat Ruth Orkin immer wieder die Erwartungen der Gesellschaft erfahren, reflektiert und unterlaufen. Ihre Bilder sind moderne, freie und scharfsinnige Kommentare zu jener Zeit. Am 3. September 2021 wäre Ruth Orkin 100 Jahre alt geworden.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Mouratidi, künstlerische Leiterin f– freiraum für fotografie, und Nadine Barth, barthouse Berlin.

Gefördert durch:

Foto: American Girl in Italy, Florence, Italy, 1951. © Orkin/Engel Film and Photo Archive; VG Bild-Kunst, Bonn 2021.

HIDDEN – Tiere im Anthropozän

Jon Amad, Stefano Belacchi, Daniel Beltrá, Adam Dean, Aitor Garmendia, Aaron Gekoski, Kelly Guerin, Jan van IJken | Precious Animals, Britta Jaschinski, Lissy Jayne, Konrad Lozinski, Selene Magnolia, Jo-Anne McArthur, Kristo Muurimaa, Adam Oswell, Carlota Saorsa, Andrew Skowron, Timo Stammberger, Luis Tato, Gav Wheatley   

Eigentlich ist es uns allen klar: Unser Konsumverhalten ist ökologisch schon lange nicht mehr tragbar. Doch statt wirklich nach Alternativen zu suchen, akzeptieren wir Massentierhaltung, damit unser tägliches Stück Fleisch immer verfügbar ist. Um jedem Trend gerecht zu werden tragen wir Kleidung, die unter mensch- und tierunwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Zu unserem Freizeitvergnügen besuchen wir Zoos, in denen Tiere weit entfernt von ihrem natürlichen Lebensraum gehalten werden.

Eine nähere Betrachtung von industrieller Landwirtschaft, Mode- und der Unterhaltungsindustrie, Forschung und Fischerei macht deutlich, welchen Grausamkeiten Tiere tagtäglich ausgesetzt sind. Der Glaube, dass wir bestimmte Arten für unsere Bedürfnisse nutzen können, ist fest in uns verwurzelt: wir fangen und sperren sie ein, tragen ihre Haut, essen ihr Fleisch und experimentieren mit ihren Körpern im Namen der Wissenschaft. Wie kann es sein, dass wir zwischen Haus- und Nutztieren derartige Unterschiede machen?

Für das Projekt HIDDEN – Tiere im Anthropozän haben sich 40 Fotograf:innen zusammengeschlossen, darunter einige der bekanntesten Wildlife-Fotograf:innen der Welt, wie Daniel Beltrá, Aaron Gekoski und Britta Jaschinski. Mit ihren Aufnahmen möchten sie den Finger in die Wunde legen und Bewusstsein für die unwürdigen Lebensumstände von Tieren schaffen, die wir tagtäglich dulden.

Wir wissen, dass das, was wir sehen, falsch ist.

Eine Ausstellung in Kooperation mit We Animals Media.

Gefördert durch:

 

Foto ​© 2020 We Animals Media / Britta Jaschinski

BLINDE FOTOGRAF*INNEN

Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn, Gerald Pirner

BLINDE FOTOGRAF*INNEN zeigt Werke von vier Bildautor*innen unterschiedlicher Generationen, die alle im Laufe ihres Lebens erblindet sind. Seit vielen Jahren setzen sie sich mit dem eigentlich Unmöglichen auseinander: dem Sehen.

Für ihre Fotografien nutzen sie die Technik des Lightpaintings, die beinahe so alt ist wie die Fotografie selbst. In völlig abgedunkelten Räumen arbeiten sie mit selbst gewählten, ganz unterschiedlichen Lichtquellen die Aspekte eines Bildes heraus, die sie ihrem Gegenüber vermitteln möchten. Unterstützt werden sie dabei von sehenden Assistent*innen, die die Motive ihren Anweisungen entsprechen arrangieren und ihnen verbal übersetzen, was sie visuell nicht wahrnehmen können. Die BLINDEN FOTOGRAF*INNEN haben so ein hohes Maß an Kontrolle über die entstandenen Bilder.

Durch ihre konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Medium entwickeln alle eine individuelle, einzigartige Bildsprache. Diese reicht vom abstrakten Spiel mit Farben und Formen über schwarz-weiße Selbstporträts bis hin zu expressionistischen Erzählformen, die an die Werke alter Meister erinnern.

Ihnen stehen während unserer Öffnungszeiten Bildbeschreiber*innen zur Verfügung, die durch ihre Vermittlung einen ganz neuen Blick auf die gezeigten Werke erlauben. Für blinde Menschen oder Menschen mit Sehbehinderung ist dies eine gängige Praxis, Ausstellungen zu erleben. Für sehende Besucher*innen eröffnen sich durch die detaillierten Beschreibungen auch noch einmal ganz neue Horizonte – sie lernen ein anderes, ein intensiveres Sehen.

In Kooperation mit dem Fotostudio für Blinde Fotograf*innen in Berlin und mit freundlicher Unterstützung der Aktion Mensch.

begleitende Veranstaltungen
Lightpainting Workshop: Von Blinden sehen lernen

Foto: © Susanne Emmermann | Fotostudio für Blinde Fotograf*innen

SELECTED WORKS: LUMIX FESTIVAL für jungen Bildjournalismus

Mit Arbeiten von: Shirin Abedi, Hoi Kin Fung, Ana María Arévalo Gosen, Jan Richard Heinicke, Patricia Kühfuss, Maximilian Mann, Maxime Matthys, Sina Niemeyer, Ashfika Rahman, Luca Rotondo, Jeremy Suyker, Angelos Tzortzinis

Multimedia-Arbeiten von: Sarah Hoffman | Crosscut / KCTS 9, Helena Lea Manhartsberger | Katharina Neuhaus, Ilvy Njiokiktjien, Sadegh Souri, Michele Spatari

Das LUMIX FESTIVAL für jungen Bildjournalismus gehört zu den wichtigsten Plattformen junger Dokumentarfotografie in Europa. SELECTED WORKS zeigt exklusiv eine Auswahl aus der diesjährigen Edition des Festivals. Arbeiten junger, engagierter Bildjournalist*innen des 21. Jahrhunderts, die sich mit politischen, kulturellen, ökologischen und sozialen Prozessen auseinandersetzen. Sie begreifen sich nicht nur als Beobachter*innen aktuellen Geschehens, sondern wollen mit ihren Fotografien aktiv in globale Debatten eingreifen. 

Die Ausstellung wurde kuratiert von Gisela Kayser und Katharina Mouratidi.

ERÖFFNUNG: 13. August 2020, 19 Uhr – digital auf www.fhochdrei.org

In Kooperation mit: LUMIX FESTIVAL für jungen Bildjournalismus

Foto: © Shirin Abedi, aus der Serie May I Have this Dance?

ZEIT-ZEUG*INNEN – Ikonen des Bildjournalismus 1932 – 1986

Mit Arbeiten von: Eve Arnold, Micha Bar-Am, Bruno Barbey, René Burri, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Elliott Erwitt, Leonard Freed, Jean Gaumy, Burt Glinn, Ernst Haas, Josef Koudelka, Erich Lessing, Peter Marlow, Susan Meiselas, Wayne Miller, James Nachtwey, Marc Riboud, Miguel Rio Branco, George Rodger, Sebastião Salgado, David Seymour, Chris Steele-Perkins, Dennis Stock

Bildjournalist*innen zeigen uns die Welt. Als Beobachter*innen nehmen sie in vorderster Reihe Teil an historischen Ereignissen und dokumentieren Zeitgeschehen. Ihre Aufnahmen, im entscheidenden Augenblick – dem Bruchteil einer Sekunde – entstanden, formen unser kollektives Gedächtnis.

Fotografien, wie die von Robert Capa aus dem spanischen Bürgerkrieg, René Burris Porträt von Che Guevara, Koudelkas Reportage des Prager Frühlings oder die Fotografie einer jungen Frau, die alleine mit einer Blume in der Hand vor der bewaffneten US-Nationalgarde steht, von Marc Riboud, haben das Verständnis von Politik ganzer Generationen geprägt und ihr gesellschaftliches Handeln beeinflusst.

ZEIT-ZEUG*INNEN zeigt Arbeiten von Mitgliedern der legendären Agentur Magnum Photos. Mit großem Engagement, Leidenschaft und unter hohem persönlichem Risiko haben sie Augenblicke eingefangen, die in die Geschichte eingingen. Die Ausstellung ist eine berührende visuelle Reise durch fünf Jahrzehnte fotojournalistischen Schaffens im 20. Jahrhundert, der sogenannten Goldenen Zeit des Bildjournalismus. Den Bildautor*innen standen auflagenstarke Magazine zur Verbreitung ihrer umfangreichen Langzeitreportagen zur Verfügung. Vor der Popularität des Fernsehens waren es ihre Bilder, die eine riesige Leserschaft erreichten, sie mit der großen Welt verbanden und Nachrichten in die heimischen Wohnzimmer trugen.

ZEIT-ZEUG*INNEN kommt mit freundlicher Unterstützung der FamilyOffice Sozietät PARITER|fortis aus München zu Stande.

Fotografie: © René Burri/Magnum Photos, Che Guevara, 1963.

f3–Masterclass Abschlussausstellung: NEUN MAL ZEHN

Der f– freiraum für fotografie zeigt vom 24. – 26. Januar die Abschlussausstellung der ersten f3–Masterclass. In den vergangenen neun Monaten arbeiteten die Teilnehmer*innen, unter der Leitung des Fotografen Andreas Herzau, an ihren individuellen, fotografischen Projekten. Intensive Diskussionen, Fragen nach einer eigenen fotografischen Handschrift, nach Bildstrategien und Präsentationsformen standen im Mittelpunkt der Workshoptage. Die Ergebnisse reichen von Porträts der LGBTIQ* Community in Berlin über Studien der chinesischen Wohnkultur bis hin zu Fotografien, welche die Konstruktion von Natur in unseren Städten thematisieren.

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 23. Januar 2020, 19 Uhr
AUSSTELLUNG: 24. – 26. Januar 2020, 13 – 19 Uhr
EINTRITT FREI!

TEILNEHMER*INNEN: Gustavo Alàbiso, Sandra Buschow, Michael Bause, Renata Chueire, Alina Fedorenko, Juliane Lindner, Mira C. Merks, Caroline Prange, Walburga Wolters

Kostenfreie Führungen durch die Ausstellung:
24. Januar 2020, 17 Uhr
25./26. Januar 2020, 15 Uhr

Foto: © Mira C. Merks

DAS ILLEGALE BILD – Fotografie zwischen Bildverbot und Selbstzensur

Mit Arbeiten von: Merry Alpern (USA), Jan Dirk van der Burg (Niederlande), Espen Eichhöfer (Deutschland), William E. Jones (USA), Carola Lampe (Deutschland), Beat Streuli (Schweiz)

Das Fotografieren wie auch das Fotografiert-Werden gehört heute mehr denn je zu unserem Alltag. Und doch – wer auf der Straße ungefragt Passant*innen fotografiert, läuft Gefahr, verklagt zu werden. Fotografien, die ohne Einwilligung der Abgebildeten gemacht wurden, stehen im Spannungs- verhältnis von Persönlichkeitsrecht und Kunstfreiheit. Es stellen sich die Fragen: Was wiegt schwerer, das Recht am eigenen Bild oder das Recht am Bildermachen? Wo verlaufen die ethischen Grenzen der Fotografie? Wo endet die künstlerische Freiheit?

Der Fotograf Espen Eichhöfer sah sich mit einer Unterlassungsklage konfrontiert, nachdem er eine Fotografie, die auf den Straßen Berlins entstanden war, im öffentlichen Raum ausstellte. Der Fall, der 2018 vor dem Bundesverfassungsgericht endete, macht deutlich, wie wichtig eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Thematik ist.

DAS ILLEGALE BILD spannt einen Bogen von heimlich gemachten Schnappschüssen über Bilder, die der Zensur zum Opfer fielen, bis zu sozialkritischen Reportagen und konzeptionellen Untersuchungen des Mediums Fotografie. Sechs künstlerische Positionen beleuchten die Frage nach legalen und illegalen Bildern – zwischen sozialem Tabu, gesellschaftlicher Relevanz und künstlerischer Freiheit.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Espen Eichhöfer, Katharina Mouratidi und Natascha Pohlmann.

Foto: © Espen Eichhöfer.

 

OST/WEST BERLIN

Wie kaum eine andere oder ein anderer hat die Fotografin Nelly Rau-Häring das Leben in Berlin Ost und West von Mitte der 1960er- bis in die 2000er-Jahre dokumentiert. Dabei folgte sie ihren zwei großen Leiden- schaften: ihrer Begeisterung für Fotografie und ihrer Neugierde auf die Menschen Berlins. Zusammen mit ihrem virtuosen Blick für das ausdrucks-starke Detail macht das aus ihr eine Chronistin der besonderen Art.

Durch die Augen von Nelly Rau-Häring erleben wir Zeitgeschehen: Wir sind bei den politischen Protesten der späten 1960er-Jahre in West-Berlin mit dabei und beobachten die offiziellen Feierlichkeiten zum 1. und 8. Mai in Ost-Berlin, wir nehmen teil an populären Vergnügungen, wie den Pferderennen in Hoppegarten und Mariendorf. Wir sehen, wie Neuberlinerinnen der ersten Migrantinngeneration im Stadtbild erscheinen, wir begleiten Kriegerwitwen in die Cafés am Ku´damm und betrachten die Schaufensterauslagen in der DDR der 1980er-Jahre, wir fiebern im Fußballstadion mit den Fans von Hertha BSC, stehen in der Schlange der DDR-Bürger*innen, die auf das Begrüßungsgeld warten, durchqueren mit der S-Bahn den Westteil der Stadt und erleben, wie sich das abgeschottete Berlin nach dem Mauerfall verändert.

OST/WEST BERLIN ist jedoch weit mehr als das Abbild einer Stadt und ihrer Menschen im Wandel. Abseits des Faktischen konzentrieren sich die Fotografien auf Stimmungen und Gefühle, auf die Lebenslust und die Widersprüche der Nachkriegs- und Vorwendejahre, die Nelly Rau-Häring im geteilten und später wiedervereinigten Berlin wahrgenommen hat. Nicht um eine historische Betrachtung geht es, sondern um das Persönliche, das sich im Gesellschaftlichen zeigt.

In Kooperation mit dem Hatje Cantz Verlag.

Mit freundlicher Unterstützung: Stiftung Berliner Sparkasse.

Greenpeace Photo Award

Der Kanadier Ian Willms und der Argentinier Pablo E. Piovano sind die Gewinner des Greenpeace Photo Award. Der Award unterstützt die Realisierung von Foto-Dokumentationen zu relevanten Umweltproblemen und wird seit 2014 alle zwei Jahre von Greenpeace Schweiz und Greenpeace Deutschland vergeben. In ihren Langzeitprojekten befassen sich die beiden ausgezeichneten Fotografen mit den aktuellen Themen Landrechte, Klimawandel und den Auswirkungen der Ölausbeutung auf indigene Gemeinschaften.

Pablo E. Piovano dokumentiert die seit Jahrzehnten andauernden Landkonflikte in Patagonien. In der Region Araucanía in Chile verteidigen die Mapuche ihr Landrecht als gebürtige Ureinwohner*innen – auch gegen die Regierung, die sie als Terrorist*innen anklagt. Sie kämpfen gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und fordern das Recht ein, ihre jahrhundertealten Traditionen zu leben. In seinen Bildern kontrastiert Piovano die einzigartige Schönheit, den Artenreichtum und die kulturelle Vielfalt Patagoniens mit dem brutalen Kampf um seine Zukunft.

In seinem Projekt As Long as the Sun Shines zeigt der Fotograf Ian Willms (*1985) die Folgen der Ölsandausbeutung im kanadischen Alberta. Vor der Kulisse der Rocky Mountains reißen enorme Rodungsflächen tiefe Wunden ins Land. Mit massivem Wasser-, Energie und Chemikalienaufwand wird das Öl aus den Teersanden gewaschen – eine „Ökokatastrophe von höchster Brisanz“ (Lars Lindemann, Bildredakteur Magazin GEO). Über acht Jahre fotografierte Ian Willms einfühlsam die Zusammenhänge von wirtschaftlichem Aufschwung, globalem Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit gegenüber Ureinwohner*innen.

In Kooperation mit Greenpeace e.V.

Foto: © Pablo E. Piovano

Im [Un]Ruhestand

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, der Fotograf Thomas Höpker, die Professorin Jeanine Meerapfel, der WC-Wächter Werner Berlin, der Schriftsteller Rafik Schami, der Schauspieler Michael Gwisdek, die Sozialpädagogin Petra Peterich haben etwas gemeinsam: Sie arbeiten, obwohl sie das gesetzliche Rentenalter längst erreicht haben.

Ihre Motivation dafür ist ganz unterschiedlich. Petra Peterich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben: „Warum ich das alles mache? Weil es eine gesellschaftliche Aufgabe ist – und weil ich es kann!“, Werner Berlin finanziert mit seiner Tätigkeit die gemeinsamen Urlaube mit seiner Frau, während der Fotograf Walter Schels schlicht meint: „Das Leben ist zu kurz, um mit dem Arbeiten aufzuhören.“

Die Zahl der älteren Beschäftigten in Deutschland nimmt rasant zu. Die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-jährigen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Gleichzeitig stehen dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer weniger Menschen zur Verfügung. Aktuell ist die Rente mit 69 Jahren in der Diskussion.

Der Lübecker Fotograf Arne Wesenberg porträtierte über sieben Jahre lang mit der analogen Großbildkamera die Lebensrealität derjenigen, die – freiwillig oder aus ökonomischer Notwendigkeit heraus – im Alter berufstätig sind. Im [Un]Ruhestand gibt in über 200 Porträts ganz individuelle Antworten auf Fragen zur demografischen Alterung, zu einem funktionierenden Rentensystem und zur Bedeutung der Arbeit in unserer Gesellschaft. 

Foto: © Arne Wesenberg aus der Serie Im [Un]Ruhestand

Ident•i•gration – Heimat und Identität in einer globalisierten Welt

„Woher kommst du?“ Einige von uns beantworten diese alltägliche Frage nebenbei – ganz ohne Hintergedanken. Andere wiederum macht sie ratlos. Mögliche Antworten gibt es schließlich viele: „vom Bäcker“, „vom Friseur – sieht man das nicht?“, „aus dem Supermarkt“, „aus dem Harz“ oder „aus Hamburg“. Manchmal lässt die Antwort ihr Gegenüber unbefriedigt zurück: „Nein, DAS meine ich nicht. Ich meine, woher kommst du ursprünglich?“

„Woher kommst du?“ öffnet das weite Spielfeld unserer Definition von Identität und davon, wie wir Zugehörigkeiten einordnen. Gilt die Frage einem der 19,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, ist sie in der Regel der Versuch, das Unbekannte in vertraute Kategorien einzuordnen und ihm so vermeintlich näher zu kommen. Statt die Betreffenden kennenzulernen, verwischt die Frage jedoch oft Individualitäten und macht das Gegenüber zu „der/dem Anderen“.

Ident•i•gration untersucht, wie sich Identität in unserer globalisierten Welt formt. Die Fotografinnen Schmoo Theune und Susann Tischendorf stellen uns mit hybriden Erzählformen zwischen Fotografie, Texte und Archivmaterial sechzehn Personen aus verschiedenen Generationen und mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten vor. Anhand ihrer Lebenswege versuchen sie zu beantworten, was Identität und Heimat in unserer globalisierten Welt sein können.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Projektes XB-Lab statt. Gefördert durch das Modellprogramm „Utopolis – Soziokultur im Quartier“ im Rahmen der ressortübergreifenden Strategie Soziale Stadt „Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und der Beauftragten für Kultur und Medien.

Foto © Susann Tischendorf aus der Serie Ident.i.gration

CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen

CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen mit Arbeiten von Laia Abril (Spanien), Sibylle Fendt (Deutschland), Nora Klein (Deutschland), Louis Quail (UK) und Melissa Spitz (USA).

Deutschlandweit erkrankt mehr als jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Am häufigsten treten Angstzustände, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen auf. Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihr soziales Umfeld hat dies oft massive Einschränkungen in allen Lebensbereichen zur Folge.

Obwohl psychische Erkrankungen einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind sie oftmals mit Stigmata behaftet und werden tabuisiert. Über das Leben mit psychischen Erkrankungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gibt es unklare Vorstellungen; individuelle Krankheitsbilder verunsichern Außenstehende. So gelingt es kaum, Betroffenen in ihrer Welt nahe zu kommen.

Die Ausstellung CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen präsentiert Arbeiten von fünf international renommierten Fotograf*innen. Sie haben sich aus ganz persönlichen Gründen mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die spanische Fotografin Laia Abril erzählt in ihrer international ausgezeichneten Serie The Epilogue die Geschichte der Familie Robinson. Die Robinsons verloren ihre jüngste Tochter durch Bulimie.

In Gärtners Reise dokumentiert die OSTKREUZ Fotografin Sibylle Fendt die letzte Reise des Ehepaars Lothar und Elke Gärtner. Zwei Jahre zuvor hatte Elke Gärtner die Diagnose Demenz erhalten.

Die Fotografin Nora Klein aus Erfurt versuchte gemeinsam mit Betroffenen die Krankheit Depression in Bilder zu fassen. Ihr erster Bildband Mal gut, mehr schlecht. ist im Hatje Cantz Verlag erschienen.

Der Brite Louis Quail zeigt in seiner intimen fotografischen Annäherung Big Brother das Leben seines Bruders mit Schizophrenie.

Die New Yorker Fotografin Melissa Spitz widmet ihre Arbeit You Have Nothing to Worry About dem Gefühlsleben ihrer schwer psychisch erkrankten Mutter.

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.

Foto: © Louis Quail aus der Serie Big Brother

#womenphotographer Vol. I

#womenphotographer Vol. I mit Werken von Berenice Abbott, Merry Alpern, Diane Arbus, Elinor Carucci, Nan Goldin, Germaine Krull, Dorothea Lange, Vivian Maier, Inge Morath, Ruth Orkin, Rosemarie Pierer, Dayanita Singh, Annette von Keudell und Karin Székessy.

Frauen eroberten im 19. Jahrhundert das neue Medium Fotografie. Als Pionierinnen trugen sie Wesentliches zu seiner Entwicklung und zur Herausbildung neuer fotografischer Sehweisen bei. Die Zyanotypie-Fotogramme von Anna Atkins zählen zu den ersten Fotografien, die als wissenschaftliche Illustrationen veröffentlicht wurden.

Fotografie ermöglichte den Frauen, ihre Vorstellung eines selbstbestimmten, kreativen Lebens umzusetzen, zu reisen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Neben Porträt-, Mode- und Architekturfotografie brillierten Fotografinnen ab den 1920er Jahren auch im Fotojournalismus. Oft konzentrierten sie sich auf das Alltägliche, auf die Lebensumstände von Frauen und Kindern, dokumentierten soziale Randgruppen und untersuchten den weiblichen Körper schonungslos mit der Kamera.

Wählten sie Themen abseits der Weltpolitik, da sie ihnen seit jeher von der Gesellschaft zugeschrieben werden? Oder weil sie sich einen intimen Zugang zu ihren Sujets erarbeiten können, der ihren männlichen Kollegen verwehrt bleibt? Oder gibt es sie doch, die spezifisch weibliche Sichtweise, den female gaze?

Die Ausstellung #womenphotographer Vol. I möchte Einblicke in das diverse Schaffen von Fotografinnen eröffnen und Anstoß dazu sein, sich vertiefend mit ihrem Blick auf die Welt zu beschäftigen.

Foto: © Ruth Orkin Photo Archive.

Where Love Is Illegal

Die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und intersexuellen Menschen (LGBTI) hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Nach wie vor aber werden in 72 Staaten dieser Welt Menschen, deren sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht der Norm entsprechen, strafrechtlich verfolgt. Die Brutalität ist schockierend: Geldstrafen, Gefängnis, Folter – in einigen Fällen auch die Todesstrafe – stehen auf der Agenda der täglichen Unterdrückung.

Mehrere Jahre reiste der international ausgezeichnete Fotograf Robin Hammond – Mitglied der Amsterdamer Agentur NOOR – durch Länder, in denen LGBTI Menschen verfolgt und bedroht werden. Entstanden sind hunderte Porträts von Menschen, die – offen oder im Geheimen – ihre Identität täglich neu verteidigen müssen, oft unter Gefahr für Leib und Leben.

Aufgenommen hat Robin Hammond seine eindrücklichen Porträts auf Polaroid-Film, der ihnen eine eigene, fast surreale und traumhafte Bildästhetik verleiht. Durch die Aufnahmetechnik, die behutsame Annäherung an seine ProtagonistInnen und den Umgang mit dem avaliable light ist Where Love Is Illegal nicht nur ein unschätzbares Dokument unserer Zeit, sondern demonstriert auch die außerordentliche Fähigkeit zur künstlerischen Ausdrucksform des Fotografen.

In Kooperation mit: Heinrich-Böll-Stiftung.
Mit freundlicher Unterstützung: Botschaft des Königreichs der Niederlande, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.

Eric *

In seiner Langzeitstudie Eric*erzählt der niederländische Fotograf Jasper Groen die Geschichte von Eric, einem Frau-zu-Mann Transsexuellen. Die intensiven Porträts, die Jasper Groen seit 2012 im engen Kontakt mit Eric aufgenommen hat, legen das Hauptaugenmerk darauf die Emotionen seines Protagonisten in subtiler Bildsprache zu zeigen, sie setzen auf leise, kaum wahrnehmbare Töne. Jasper Groen (1974, Nieuwkoop) gehört zu den wichtigsten aufstrebenden niederländischen Fotografen seiner Generation. Seine Arbeiten wurden unter anderem im FOAM Amsterdam, im Netherlands Foto Museum, auf dem Fotofestival Naarden und in der Melkweg Galerie gezeigt.

AM

Die neue Werkserie AM von Andreas Herzau setzt sich am Beispiel Angela Merkel mit dem Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit sowie der Repräsentation weiblicher Macht auseinander. Für seine fotografische Untersuchung begleitete Andreas Herzau die CDU Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über Jahre hinweg bei öffentlichen Auftritten. AM zeigt das Theater, die Absurditäten und die Realitäten des politischen Betriebs, die Einsamkeit, den Kampf, die Macht und die Verletzungen, die Politik als Beruf mit sich bringen. Für seine Arbeit macht sich Herzau das kollektive Bilderwissen über eine der meistfotografierten Personen auf der politischen Bühne zu Nutze: mit ausschnitthaften und teilweise rätselhaft verschlüsselten Bildern dekonstruiert er Rituale der öffentlichen Selbstinszenierung und bringt dadurch unerwartete Details zum Sprechen. Dem inflationären Maß an Bildern von Angela Merkel setzt Andreas Herzau mit seinen schwarz-weiß Aufnahmen den Versuch entgegen, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Gegenwart visuell gerecht zu werden.

Eine Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Berlin (EMOP).

THE HEAVENS – ANNUAL REPORT

Sehen Steuerparadiese wirklich so aus? Die Vielzahl von Artikeln und Berichten zu diesem Thema werden in der Regel mit Bildern von tropischen Stränden illustriert. Sie verdecken die Tatsache, dass heute mehr als die Hälfte des Welthandels über diese Orte abgewickelt wird.

Paolo Woods und Gabriele Galimberti reisten mehrere Jahre durch die Steueroasen dieser Welt. Von den Britischen Jungferninseln bis zur City of London, von den Cayman Inseln über Luxemburg und die Niederlande: The Heavens – Annual Report nimmt uns mit auf eine Reise in eine selten gesehene, geheimnisvolle Welt der Reichen und Superreichen.

Weltweit werden ca. 32 Billionen US-Dollar in Steueroasen versteckt. Das entspricht etwa dem zehnfachen Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Einzelpersonen und Firmen umgehen so Finanzauflagen und senken ihre Steuerzahlungen – oftmals völlig legal. Der Allgemeinheit entziehen sie dadurch Mittel für Bildung, Gesundheitswesen oder öffentliche Sicherheit.

Mit The Heavens – Annual Report gelingt es Paolo Woods und Gabriele Galimberti dieses schwer greifbare Thema in eindringliche Fotografien umzusetzen. Sie zeigen nicht nur, was Steueroasen sind, sondern verdeutlichen, was sie für uns alle bedeuten.

Kriegskinder

»Was haben meine Eltern erlebt, als sie so alt waren wie mein Sohn heute? Was hat sie zu denen gemacht, die sie heute sind?« Diesen Fragen gehen die Fotografin Frederike Helwig und die Autorin Anne Waak in dem Projekt Kriegskinder nach.

Diejenigen, die Ende der 1930er-, Anfang der 1940er-Jahre geboren wurden und während des Zweiten Weltkriegs aufwuchsen, sind heute in ihrem achten Lebensjahrzehnt. Sie schauen zurück, sprechen teilweise zum ersten Mal darüber, was sie geprägt hat: Bomben, Flucht, Angst, Hunger, Krankheit, Tod, verschwundene Väter, überforderte Mütter, aber auch die Sprachlosigkeit der Nachkriegszeit – Erinnerungen an den Krieg und dessen generationsübergreifende Folgen sollten vergessen werden.

»Die Porträtierten hatten den Mut, sich der Kamera zu stellen und ihre Geschichten zu erzählen. Ihre Erinnerungen sind überwiegend anekdotisch, mit unterschiedlichem Maß an Selbstreflexion. Traumata oder transgenerationale Folgen kommen selten zur Sprache und spiegeln somit das bis heute übliche Schweigen. Der Betrachter ist deshalb aufgefordert, zwischen den Zeilen zu lesen, über die eigene Familiengeschichte zu reflektieren und einen Dialog über dieses schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte zu beginnen.«, so Autorin Alexandra Senfft im Vorwort des Buches Kriegskinder.

Das Projekt zeigt 44 analog fotografierte Porträts einer Generation, deren Erinnerungen bald verschwunden sein werden. Anhand von Interviewauszügen, die den Porträts der Zeitzeugen gegenüber gestellt werden, ergibt sich ein komplexes Bild der Kriegskinder-Jahrgänge, die in der Zeit des Nationalsozialismus zur Welt kamen.

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Hatje Cantz Verlag.

The Atlas of Beauty

2013 beschloss Mihaela Noroc ihren Job zu kündigen. Fortan widmete sie sich ausschließlich der Fotografie und dem Reisen. Sie rief The Atlas of Beauty ins Leben. Zunächst ein kleines, persönliches Fotoprojekt wurde The Atlas of Beauty schnell zum globalen Vorhaben. Nur mit einem Rucksack und ihrer Kameraausrüstung unterwegs, hat die Fotografin seitdem mehr als 2.000 Frauen aus über 50 Ländern porträtiert: von Deutschland bis Nordkorea, von Myanmar bis Island.

Entstanden ist ein Kaleidoskop von Frauenporträts, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. „Schönheit bedeutet für mich Vielfalt. Sie ist viel mehr als das, was wir heute oft in den Massenmedien sehen”, sagt Mihaela Noroc über ihr Projekt.

In einer Zeit allgegenwärtiger Schönheitsideale, genormter Körper und der Body-Optimierung zeigt The Atlas of Beauty Fotografien, die Frauen weltweit dazu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre eigene Schönheit zu entdecken, jenseits von Marketing-Kampagnen und gesellschaftlichen Zwängen.

Türkiyeli

Die aufstrebende, moderne Fotografie engagierter Bildautorinnen und -autoren aus der Türkei ist innerhalb wie außerhalb des eigenen Landes kaum bekannt. Konfrontiert mit den Kriegen und Unruhen im Mittleren Osten sowie den nationalen Entwicklungen hat sich eine Generation von unabhängigen Fotografinnen und Fotografen herausgebildet.

Aufmerksam beobachten sie gesellschaftliche Entwicklungen ihres Landes. Ästhetisch wie thematisch markieren diese jungen Fotografinnen und Fotografen einen Sprung in der Fotografiegeschichte der Türkei. Ein herausragendes Merkmal ihrer Generation ist der Facettenreichtum ihrer Ausdrucksformen und ihr Geschick, neben visuellen und narrativen Strategien des Fotojournalismus eigene konzeptuelle Bildsprachen zu entwickeln.

Mit Fotografien von: Kemal Aslan, Emine Akbaba, Göksu Baysal, Kürşat Bayhan, Barbaros Kayan, Emin Özmen, Ceren Saner und dem Kollektiv NARphotos.

Kuratiert von: Attila Durak (Künstlerischer Leiter FotoIstanbul), Gisela Kayser (Künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus) and Katharina Mouratidi (Künstlerische Leiterin GfHF).

SNEAK PREVIEW
Dienstag, 5. September 2017, 19 Uhr
mit Attila Durak, Künstlerischer Leiter FotoIstanbul und Emin Özmen, Fotograf MAGNUM Photos.

THEME NIGHT
Freitag, 15. September 2017, 19 Uhr
Einführung: Dr. Sergey Lagodinsky, Leiter Referat EU/Nordamerika, Heinrich-Böll-Stiftung.
Gespräch: Kristian Brakel, Leiter Heinrich-Böll-Stiftung Istanbul, der Fotografin Emine Akbaba und Mehmet Kaçmaz, Fotograf bei NARphotos.

Ein Projekt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung.

Mit freundlicher Unterstützung von: Rudolf-Augstein-Stiftung, HALBE-Rahmen, d´mage.net.

 

NarPhotos

Die Heinrich-Böll-Stiftung und f³ – freiraum für fotografie zeigen ausgewählte Arbeiten des Kollektivs NARphotos.

Das Kollektiv NARphotos wurde 2003 von Fotografinnen und Fotografen gegründet. Für sie ist die dokumentarische Fotografie ein Werkzeug, die Welt besser zu verstehen. Für die Mitglieder von NARphotos sind die Ergebnisse ihrer Fotoprojekte ebenso wichtig wie die Wege dorthin. Sie stellen Gemeinsinn, Teilen und das gemeinsame Nutzen von Wissen sowie gegenseitige Unterstützung ins Zentrum ihrer Arbeit. Der funktionale Wert von Bildern steht für sie über dem materiellen und ästhetischen. Ihre Arbeit begreifen die Fotografinnen und Fotografen des Kollektivs nicht als Hinnehmen und Dokumentieren von Begebenheiten. Vielmehr ist es für sie ein Hinterfragen und eine Suche nach alternativen Antworten. Sie produzieren Fotoreportagen mit der Idee, Situationen zu verändern, anstatt bestehende Umstände zu bewahren.

Kuratiert von: Attila Durak (Künstlerischer Leiter FotoIstanbul), Gisela Kayser (Künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus) und Katharina Mouratidi (Künstlerische Leiterin GfHF).

Zu sehen in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin. 

Mit freundlicher Unterstützung von: Rudolf-Augstein-Stiftung, HALBE-Rahmen, d´mage.net.

NOOR by NOOR

Some things simply need to be seen

Die Amsterdamer Agentur NOOR – auf arabisch Licht – vertritt dreizehn der weltweit renommiertesten Dokumentarfotografinnen und -fotografen. Ihre Arbeiten werden international in den wichtigsten Tageszeitungen und Magazinen publiziert, wie z. B. The New York Times Magazine, Newsweek, Le Monde, National Geographic und Stern. Sie berichten unter hohem persönlichen Einsatz aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Und sie bringen uns die drängendsten Themen unserer Zeit nahe – visuell exzellent umgesetzt und in ästhetisch herausragender Bildsprache.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Amsterdamer Fotografie-Agentur stellt die Ausstellung NOOR by NOOR – erstmalig in Deutschland – dieses einzigartige Fotografie-Kollektiv in den Mittelpunkt. NOOR by NOOR vergegenwärtigt uns die bedeutendsten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen 10 Jahre in Form preisgekrönter Fotografie-Reportagen.

Die NOOR-Fotografinnen und -Fotografen sind: Nina Berman, Pep Bonet, Andrea Bruce, Alixandra Fazzina, Stanley Greene, Tanya Habjouqa, Robin Hammond, Yuri Kozyrev, Bénédicte Kurzen, Sebastián Liste, Kadir van Lohuizen, Jon Lowenstein, Francesco Zizola.

NOOR by NOOR zeigt in 70 Fotografien und Multimedia-Filmen eine Auswahl ihrer ausgezeichneten Arbeiten: die erschütternden Bilder aus Kriegsgebieten von Yuri Kozyrev, Nina Bermans Porträts verwundeter amerikanischer Kriegsveteranen Purple Hearts, Bénédicte Kurzens Serie über sexuelle Gewalt in Haiti, Pep Bonets Dokumentation One Goal des Bürgerkrieges in Sierra Leone und Kadir van Lohuizens aufrüttelnde Aufnahmen der Folgen des Klimawandels im Pazifischen Ozean Where will we go?.

Die Ausstellung ist kuratiert von Gisela Kayser (Künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus) und Katharina Mouratidi (Künstlerische Leiterin GfHF).

Zur Ausstellungseröffnung NOOR by NOOR am 14. Juni 2017, um 19 Uhr, sprechen
Tom Maasen, Kulturattaché der Botschaft des Königreichs der Niederlande
Peter Bitzer, Geschäftsführer Agentur laif
Clément Saccomani, Managing Director NOOR

Im Juli 2017 finden zwei NOOR by NOOR Berliner Sommer Workshops für professionelle Fotografinnen und Fotografen im Rahmen der Ausstellung statt. Sie werden geleitet von Tanya Habjouqa bzw. Sebastián Liste. Informationen zum Programm sowie Details zur Anmeldung finden Sie hier.

Mit freundlicher Unterstützung:
Botschaft des Königreichs der Niederlande
ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ
HALBE-Rahmen
d´mage.net

A Life in Death

As a child, I simply couldn’t imagine life without my parents. I assumed that they would be there for every important milestone in my life, and that they would grow old together. I never thought that I would lose them both by the time I was twenty-nine. – Nancy Borowick

In ihrer Langzeitreportage A Life In Death dokumentiert Nancy Borowick das Leben ihrer an Krebs erkrankten Eltern. Die Fotografin begleitete sie über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera. Mit großem Respekt visualisiert Borowick die Erfahrungen der beiden, während sie die Krebsbehandlung durchleben: die wechselnde Dynamik des Ehepaares und das tägliche Geplänkel der Partner, die unendlich mehr teilen als diese Herausforderung. Bilder einer Familie und ihres Alltags, geprägt von Liebe und Verlust.

Nancy Borowicks Arbeit spiegelt eine Situation, die viele von uns erlebt haben als Patient/in, Partner/in, im Familien- und Freundeskreis. Trotz ihrer Intimität sind Borowicks Bilder nie voyeuristisch oder entblößend. Es sind die große Ruhe und Kraft in ihnen, die Fragen nach dem Umgang mit Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft stellen.

Die Serie wurde 2016 mit dem World Press Photo Award in der Kategorie Langzeitprojekt ausgezeichnet.

Zur Eröffnung der Ausstellung sprachen
Katharina Mouratidi, Künstlerische Leiterin Gesellschaft für Humanistische Fotografie
Nadine Barth, Programmberatung Fotografie Hatje Cantz Verlag
Nancy Borowick, Fotografin